Neujahrsvorsätze? Immer her damit!

„Ich will mich mehr Bewegen“, „Ich will Abnehmen“, „Ich will mir weniger Stress machen“. Das sind vermeintlich die Top 3 Vorsätze für ein neues Jahr. Und wer hat sie nicht schon selber gehört oder sogar sich selber gesteckt. Aber irgendwie wird man oft das Gefühl nicht los, dass es schon fast als negativ angesehen wird sich etwas für ein neues Jahr vorzunehmen. Hand auf’s Herz – Wie oft hören Sie ihrem Gegenüber schon gar nicht mehr zu, wenn er beginnt Ihnen von seinen Vorsätzen zu erzählen. Wir glauben einfach nicht daran, dass wir diese Anforderungen an uns selbst erfüllen können.

 

 

Wir brauchen Ziele und Vorsätze

Dabei sind Vorsätze etwas sehr sinnvolles. Es wäre sogar fatal keine zu haben. Denn Vorsätze sind gleichzusetzen mit Zielen. Jeder Mensch braucht ein oder mehrere persönliche Ziele. Wir Menschen sind „zukunftsgerichtete und sich selbst motivierende Wesen […], die danach streben, ihr Leben nach eigenen Absichten zu gestalten und ihre Alltagsaktivitäten mit persönlicher Bedeutung zu erfüllen.“ (Brunstein und Maier, 2002) Wo würden wir nur stehen, wenn wir diese Eigenschaft verlieren würden?

Der Jahreswechsel ist für uns wie eine vermeintliche Reset Taste. Wir meinen sobald die Uhr am 31.12. auf null Uhr springt, wird sich am 01.01. alles automatisch ändern. Die Voraussetzungen, das Umfeld und vor allem unsere innere Einstellung. Doch sind wir realistisch. Eine Minute nach Zwölf ist es genauso wie eine Minute vor Zwölf. Doch ein entscheidender Punkt ist anders. Unsere Motivation zu diesem Zeitpunkt. Sie werden das wahrscheinlich schon selber festgestellt haben, aber, das Zeitfenster unserer gesteigerten Motivation ist nicht unendlich lange offen. Und, wenn jetzt noch unsere Ziele nicht in relativ kurzer Zeit zu erreichen sind, kommt ein kleiner Sturm und das Fenster ist zu.

 

Es kommt auf die richtige Vorbereitung an!

„Ja, aber wie schaffe ich es nun meine Ziele auch zu erreichen und meine Motivation zu behalten?“ Sehr gute Frage. Ein entscheidender Punkt ist die richtige Vorbereitung. Sich ein Ziel auf der Silvesterparty nach ein paar Bierchen oder Sektgläsern zu setzen, ist möglicherweise nicht der richtige Weg. Nehmen Sie sich ruhig ein oder zwei Wochen Zeit dafür ihren persönlichen Vorsatz bzw. ihr persönliches Ziel zu entwickeln.

 

Werden Sie konkret. „Abnehmen“, „Mehr Bewegung“ oder „Weniger Stress“ sind keine Ziele. Es sind Floskeln und bei dieser Formulierung nicht erreichbar. Sehen Sie das ähnlich? Gut. Sie müssen ihre Ziele so konkret wie eben möglich formulieren. Dabei darf es am Anfang ruhig ein langfristiges Ziel sein. Ein Beispiel:

 

„Ich möchte 10 kg bis zum nächsten Sommerurlaub im August abnehmen, um dort wieder meine liebsten Sommerhosen anziehen zu können.“

 

Die zeitliche Spanne von Januar bis August macht das Ziel 10 kg abnehmen zu wollen realistisch. Die Sommerhosen sind zudem ein konkreter Anreiz und fallen einem zu Hause immer wieder ins Auge.

Etappenziele setzen, erreichen und Motivation tanken

Doch der lange Zeitraum von acht Monaten ist natürlich auch für einen vorzeitigen Abbruch wie geschaffen. Und glauben Sie mir, ihre Motivation am Jahresanfang wird nicht bis in den August reichen. Also brauchen Sie kleinere Etappenziele, die Sie zeitnah erreichen und die ihrer Motivation wieder einen Anschub verpassen. Auch diese sollten konkret und realistisch formuliert sein.

 

„In den ersten zwei Wochen möchte ich 1 kg abnehmen und dieses Kilo bis Anfang Februar halten.“

 

 

Dieses Ziel ist absolut realistisch, erreichbar und wird Sie zu weiteren Etappenzielen animieren und ermutigen. Mutige gehen hin und planen die Etappenziele bis zum langfristigen Ziel. Legen Sie sich den Druck nicht zu hoch auf. Machen Sie erst einmal zwei bis drei Etappenziele und schauen Sie, ob Sie diese auch so umsetzen konnten.

 

Es scheitert oft an dem "Wie"

Und an dieser Stelle kommen wir zu dem „Wie“. Sie haben nun ein langfristiges Ziel und die ersten kleineren Etappenziele. Aber wie kommen Sie nun dort hin? Wie soll der Weg dahin aussehen? Es ist wichtig einen Plan zu haben. Sie müssen sich nach unserem Beispiel überlegen, wie Sie das eine Kilo erstens abnehmen und zweitens halten wollen. Hier müssen Sie nun ehrlich zu sich selber sein und ihren persönlichen Hindernissen ins Auge blicken. An dieser Stelle wird es so individuell, dass ich hier nur Beispiele aufgreifen kann.

 

„Ich werde im Januar zuckerhaltige Getränke reduzieren.“

 

Haben Sie nun eine große Vorliebe für Cola und Limonade, ist eine Reduktion ein möglicher Schritt dieses eine Kilo im Januar zu verlieren und zu halten. Jetzt sagen Sie zurecht „Das ist doch auch ein Ziel!“ Ja das kann ebenfalls ein Ziel sein, in dem Fall führt sie es, aber speziell zu ihrem eigentlichen Etappenziel. Sprich, Sie haben damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

 

An dem „Wie“ scheitern die meisten Vorsatz- Liebhaber. Erst ist das Ziel zu grob formuliert und dann wird auch der Weg dahin nur grob beschrieben und festgehalten. „Ich muss mehr Sport machen um meine Schmerzen zu reduzieren“ oder „Ich muss mich gesünder Ernähren um abzunehmen“ sind wieder nur Floskeln ohne Inhalt. Es ist wieder nicht konkret genug. Denken Sie immer daran – Der Mensch belügt sich am liebsten selbst und findet eine Ausrede für alles. Ihr Plan muss so detailliert sein, wie es eben möglich ist. So ein Plan kann für jeden Tag angelegt sein. Sei es bezüglich dem Essen oder der Bewegung. Und auch ein Protokollieren kann unter Umständen sinnvoll sein und Ihnen helfen sich ein wenig selber zu kontrollieren.

 

Also nochmal zusammengefasst:

 

  1. Frühzeitig einen Vorsatz bzw. Ziel für das neue Jahr planen
  2. Das (langfristige) Ziel so detailliert ausformulieren wie eben möglich
  3. Erreichbare, motivierende Etappenziele schaffen
  4. Den Weg zum Ziel planen („Wie“)

 

Enttäuschung und Belohnung

Und dann noch zwei Hinweise vorne weg. Motivation und Enttäuschung liegen häufig nahe beieinander. In der einen Woche werden Sie vielleicht ein Ziel sogar übertreffen und in einer anderen Woche werden Sie unter ihrem Ziel bleiben. Das ist normal! Wir sind keine Maschinen, sondern nur Menschen. Falls Sie einmal ein Ziel nicht erreichen, sprechen Sie mit einer vertrauten Person darüber, dass Sie enttäuscht sind. Das hilft schon einmal über die erste Enttäuschung hinweg zu kommen und ein paar spendende Worte zu erfahren. Aber lassen Sie sich nicht vom Weg abbringen. Setzen Sie sich danach hin und überlegen an Hand ihres Plans und ihrer möglichen Dokumentation, woran die Zielerreichung gescheitert ist. Setzen Sie sich dieses Ziel erneut und trauen Sie sich ruhig den Weg ein wenig zu ändern. Viele Wege führen nach Rom.

 

 

Haben Sie ein Ziel erreicht oder sogar überboten, dann belohnen Sie sich auch bewusst dafür. Am geeignetsten legen Sie ihre ganz eigenen Belohnungen schon ebenfalls im Vorfeld fest. Schaffen Sie sich ihre extrinsische (von außen kommende) Motivation selber. Schreiben Sie sie ebenfalls groß zu ihrem Ziel und ihre Etappenziele auf. Kleines Ziel, kleine Belohnung – großes Ziel, große Belohnung. Also…

 

  1. Ziel nicht erreicht? Darüber sprechen und Plan bearbeiten.
  2. Ziel grandios gemeistert? Sich auf die festgelegte Belohnung freuen

Fragen Sie einen Experten

Sie sehen ein Vorsatz zu haben ist alles, aber nicht verkehrt. Ziele zu haben, ist existenziell für unsere Persönlichkeit. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Sie müssen nur die Motivation am Jahresanfang in realistische Ziele und diese in einen vernünftigen, motivierenden Plan packen. Und, wenn Sie nun denken, dass Sie absolut nicht wissen, wie Sie das anstellen können oder schon zu oft erfolglose Vorhaben durchstehen mussten, so gibt es eine Menge Helfer, die sich ihrer Ziele annehmen werden. Wenn Sie wirklich einen Vorsatz umsetzen wollen, gibt es für jedes Vorhaben einen Experten, der Ihnen helfen wird alles auf die richtigen Bahnen zu lenken.

 

 In diesem Sinne wünsche Ich Ihnen dieses Jahr einen guten Rutsch mit gut geplanten Vorsätzen.

 

Bleiben Sie in Bewegung!

 

Ihr Muskelfuchs

 

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